Dienstag, 31. Mai 2011

Kleiner Schönheitsfehler

Samstag, 28. Mai, 10 Uhr: Das ist der erste Fixpunkt unseres Karpaten-Abenteuers. Alle Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen treffen sich in Halbturn im Burgenland. Von dort  geht es auf die erste lange Verbindungsetappe nach Rumänien.

Wo genau unsere Reise in Rumänien starten und wo sie schlußendlich hinführen wird, das weiß keiner der Fahrer. Erst bei der Abfahrt in Halbturn bekommen wir die Koordinaten für den Startort. Die genaue Streckenführung gibt es erst beim Start in die 1. Etappe in Rumänien. Dafür haben wir ausreichend Zeit auf der Hinfahrt das heurige Reglement zu studieren.

21 Teams aus der Schweiz, Deutschland und Österreich sind mit rund 50 Fahrzeugen gemeldet.

Beim Aufbruch in Wien sind wir noch müde… ;-( oder zumindest nicht wirklich ausgeschlafen. Trotzdem wir Monate an den Autos gearbeitet haben, schrauben wir noch bis zur letzten Minute Freitag auf Samstag nacht.

Am Samstagmorgen werden die teilweise vorgekochten Lebensmittel wie Gulasch, Pasta Asciutta, Steaks und Schweinsbraten verstaut und Mineralwasser gebunkert. In den sieben Tagen des Bewerbes werden wir bis auf zwei Ausnahmen auf uns selbst gestellt sein und uns Schlafplätze in Wald oder Wiese suchen.

Der Bewerb findet in einem genau definierten Korridor statt, der durch eine Start-, eine Ziel- und Seitenlinien genau begrenzt ist. Dieser erstreckt sich um und über einem Teil der Karpaten. Das Verlassen dieses Korridors bzw. das Überfahren dieser Linien/Grenzen mit einem Fahrzeug wird mit Strafkilometern bzw. Strafzeit belegt. Die Fahrzeuge und der Korridor werden permanent per GPS überwacht.

Bewegt werden dürfen die Autos nur zwischen 7 und 21 Uhr. Ein Bewegen der Fahrzeuge vor 7 oder nach 21 Uhr (Ruhezeit) führt automatisch zur Disqualifikation. Das heißt auch, das mit dem Abstellen des Fahrzeuges im Korridor auch ein Platz zum Schlafen gefunden werden muss. Insgesamt gilt eine Gesamtfahrzeit von 24 Stunden die man sich selbst für die ersten drei Tage der Trophy einteilen kann).

Aber wir bewegen uns ja gerade erst von der Garage in 21. Bezirk Richtung Burgenland. Das Wetter hat im Vergleich spürbar umgeschlagen und es herrschen fast winterliche Temperaturen Bis nach Halbturn begleitet uns ein Dauerregen und starker Wind. Nicht gerade erbauend. Aber angeblich  "gibt es ja kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung".

Im Innenhof vom Schluß Halbturn sind bereits  alle Fahrzeuge aufgestellt und aufgrund der schlechten Wetterlage wird der Start-Event schnell abgespult. Die Fahrer sind hungrig auf die Karpaten, es liegt noch eine lange Verbindungsetappe von rund 700 Kilometern (größtenteils Autobahn) vor uns, die es mit diesen Autos zurückzulegen gilt.

Die meisten Fahrzeuge, die für solche Offroadbewerbe wie die Superkarpata Trophy anreisen, haben mit klassischen Landrovern aber nur mehr wenig zu tun, sie sind "rundherum" modifiziert. Dicke große Stollenreifen, die den Forttrieb im unbefestigten Gelände fördern, Stoßdämpfer, die härter sind als die Straße es verlangt, Federn die höher und stärker sind, aufgrund von Zuladung  und der Geländegängigkeit.

Diese Fahrzeuge sind auch anstrengend zu fahren, wenn man im Autobahngetümmel mitmischen will. Wobei Mitmischen heißt, dass wir uns mit dem Schwerverkehr um die wenigen Plätze bemühen….

Aufbruch von Halbturn: es regnet. Wir fahren durch Ungarn: es regnet. Wir umrunden Budapest auf der Südseite und halten uns Richtung Rumänien.. Nach Budapest klart das Wetter auf, es kommt sogar die Sonne heraus, eine Wohltat. Urlaubsfeeling stellt sich ein als würden wir an die Adria fahren und die Regenjacken werden verstaut, die Stimmung hellt sich deutlich auf.

Grenze zu Rumänien: wieder Regen, mittlerweile ist es dunkel geworden, wir sind seit gut 6 Stunden unterwegs. Wir sind jetzt auf einer Bundesstraße, die keine Fahrbahnmarkierungen aufweist. Der Regen wird wieder stärker… es ist unangenehm zu fahren, die Autos sind schwer und schwerfällig, mit Ersatzteilen vollgeladen. Straßen-Unebenheiten, schlechte Standard-Beleuchtung sind nicht gerade förderlich für ein optimales Weiterkommen. Durch unsere herabgesetzte Reisegeschwindigkeit werden wir halt auch laufend überholt und manchmal sehr riskant. Die fehlenden Straßenrandmarkieren seit gut 30 Kilometern fördern eine freie Platzeinteilung des Stärkeren auf diesen Straßen.

Je weiter wir zum Zielort kommen, desto mehr verschlechtert sich das Wetter und der Regen wird stärker. Keiner möchte eine Gatsch-Trophy.. Gewaltige Blitze erhellen immer wieder die Nacht. Die beiden putzigen Scheibenwischerblättchen an Alfs 130er die vieleicht gerade mal 20 Zentimeter lang sind schieben sich das Wasser in Slow Motion gegenseitig zu. Die Windschutzscheibe ist auch nicht viel größer (einem Fensterglas nicht unähnlich) ist wahrlich keine Aussichtspyramide…

Da war ja noch was: In Halbturn gab es nach der Teamvorstellung eine Sonderprüfung fürs Publikum, das trotz des Regens ausharrte.

Die Prüfung ist einfach und Show. Sie zählt auch bereits zur Wertung der Superkarpata Trophy.  Es geht darum eine symbolische Rettungsaktion zu bewältigen. Die Aufgabe:  Es muss ein Rettungspaket über einen tiefen Canyon gebracht werden. Dafür werden zwei Fahrzeuge Front an Font gestellt mit einem Abstand von 8 Metern zueinander. Jeweils vor jedem Auto ist ein ein Meter breiter Bereich, der "Hilfeleistung" für die Aufgabe erlaubt. Die Aufgabe ist nun über die verbleibenden sechs Meter eine Brücke zu errichten, die dem Rettungspaket-Überbringer den Transfer  ermöglicht.

Die Regeln, die es dabei zu beachten gilt. Keines der vier Teammitglieder darf über den Arbeitsbereich hinaus den  Canyon betreten. Die Verbindung ist mit Bordmitteln herzustellen, idealerweise mit einer Seilwinde. Es darf aber nur eine Seilwinde pro Fahrzeugpaar verwendet werden. Wird der Canyon doch betreten oder stürzt der Überbringer von der Brücke (in den Canyon), muss dieses Teammitglied eine Runde um das Schloß laufen und erst wenn es wieder retour ist, darf das nächste Teammitglied einen erneuten Versuch starten. Dafür haben wir 30 Minuten Zeit.

Das ist relativ leicht, denken wir uns. Wir spannen wir ein Seil von einer Winde zur Front des anderen Autos und schicken einen Seiltänzer drüber, der bringt die Medikamente und damit Hilfe und das wars und wir haben die Aufgabe bewältigt. Nun ist aber leider kein Seiltänzer in unseren Reihen.

Das Team einigt sich darauf, dass wir die Seile mit Umlenkrollen zwischen den Fahreugen hin und her spannen, so haben wir "mehrere Spuren… Und dann nehmen wir zwei Teammitglieder, die sich jeder auf der äußersten Seilbahn gehend zueinander lehnen und stabilisieren und schicken Alf und Max auf die "Reise". Sie kommen beim ersten Versuch bis in die Mitte, stürzen aber dann beide in den Canyon. Kein Problem, denken wir: Beide sind sportliche Menschen, dann laufen sie halt eine Runde ums Schloß und dann gehts weiter, aber weit gefehlt. Im Reglement wurde auch erwähnt, dass, wenn beide Helfer in den Canyon stürzen ja "keiner mehr da ist" und wir uns damit aus der Sonderprüfung disqualifiziert haben. Leider haben wir das nicht gehört...

Das bringt allen Teams die es schaffen eine Zeitgutschrift von einer Stunde, die wir nun nicht haben.

Aber wir wissen, was ist schon eine Stunde in 7 Tagen (die wir jetzt schneller am Ziel sein müssen als die anderen). Ein Fahrzeug aus dem Schlamm zu winden, kann schon mal viel länger dauern. Wir werden das schon aufholen, ein kleiner Schönheitsfehler halt… ;-)


Alle Teilnehmerfahrzeuge  sind für die erste Sonderprüfung aufgestellt (Foto: Vincent Gruber)

So, jetzt nur noch das Seil spannen und den Seiltänzer auswählen... (Foto: Vincent Gruber)

Fahrerbesprechung: Wir packen die wasserfeste Kleidung aus und der Veranstalter versichert uns, dass  in Rumänien schönes Wetter ist...

Robert H.: Ja, wo gehts denn da bitte zur Sonderprüfung...

Obwohl unwillig (im Regen die Startnummern aufzukleben), lernen wir, das sie sich so blasenfrei kleben lassen.

Alles ready? Dann auf nach Halbturn.

Beim Start gibt noch ein kräftiges Lunchpaket und Gute Wünsche für die Reise.

Wir hoffen doch sehr inständig, dass wir durch diesen schönen Bogen auch am Ende der Veranstaltung in Rumänien fahren werden...
Kurz nach Budapest hört der Regen endlich auf und es begleitet uns die Abendsonne.

Liebe Freunde

Ich habe nicht auf Euch vergessen. Die tiefen Täler der Karpaten sind natürlich gut zum Verstecken geeignet, aber leider mobilfunktechnisch nicht erfasst, damit auch für uns kein mobiles Internet.

Aber es gibt viele Geschichten und Bilder die unser Team erlebt hat und die ich heute noch zu posten beginnen werde. Nur soviel, wir sind gesund und bereits fix und foxi.

Stay tuned fore more... ;-)

Team NAS/Robert G.

Freitag, 27. Mai 2011

Wochenrückblick - morgen gehts los!

Samstag/Sonntag, 21. und 22. Mai: Fahrtechnikseminar von proventure. Einer der Instrukturen ist wieder Andreas. Alf und Robert H. nehmen daran teil und sind frühmorgens in der Leopoldsdorfer Schottergrube mit einem halben Dutzend anderer Offroadler.

Da mir das Lenkrad nur beim Ausfall oder vielleicht auch aus Langeweile übergeben werden wird, widme ich mich anderen Aufgaben.

Offenbar war mein Background (Zivildiener beim Samariterbund mit anschließender fast 10jähriger Freiwilligenarbeit dort im Rettungsdienst) ausschlaggebend dafür, dass ich auch die Medizinerfunktion in unserem Team übernehme.  Nun meine Rettungserfahrungen liegen schon einige Jährchen zurück, also Wissensauffrischung. Der schnell gebuchte Kurs beim Roten Kreuz kommt leider nicht zustande, weil ich offenbar der einzige Mensch in Wien bin, der im Mai beim Erste-Hilfe-Seminar im Wiener Prater Allgemein-Erste-Hilfe-Kenntnisse erwerben will.

Nun ja, zum Glück gibts ja auch Onlinequellen wie Youtube und eine Unzahl von Videos, auf denen ich meine Kenntnisse auffrischte. Alle hoffen wir natürlich, dass wir die etwas größere Reiseapotheke (Dimension Autobus) nicht brauchen werden. 

Zurück zum Fahrtechniktraining. Dort wird gelernt (klingt eigentlich einfach und logisch) das Fahrzeug immer im kontrollierten Zustand zu bewegen. Dazu gehören Übungen wie steiles Bergauf- und Bergabfahren, gespickt mit größeren Quer-Mulden und einem oder zwei Richtungswechseln… Wenn man so einen Hügel runterfährt, schaut das immer ganz grauslich aus, wenn die Motorhaube sich über die Kante schiebt, den Blick auf die davorliegende Spur nimmt. Wenn man dann unten angekommen ist, dann "wars ja eigentlich eh nicht so schwierig"… ;-)

Das Bergauffahren ist auch nicht weniger prickelnd, weil – sobald die Gesetze der Physik greifen und die schwere Kiste bergauf mit durchdrehenden Rädern nicht mehr weiterkommt, bzw. gar zurückrutscht, dann heißt es kühlen Kopf bewahren und nur ja nicht auf die Bremse steigen, sondern ganz, ganz rasch den Retourgang einlegen, damit man mit der Motorbremse wieder kontrolliert zum Ausgangspunkt zurückkehrt.


130er heb das Bein, Alfred versucht entspannt zu sein...

... der Beifahrersitz hält, auch wenn der 130er wackelt.

Rechts anfahren, scharf links, scharf rechts, so sitzt man nicht auf.

Nur nicht bremsen, die Motorbremse macht das gut...


Homokineten drohen uns

Nach dem Windenseminar haben wir entdeckt, das auf Alfs 130er die Vorderachse gar grässliche Geräusche von sich gibt, wenn die Räder auf Anschlag lenken.

Ein metallisches, rhytmisches Schlagen bzw. Krachen, wenn die Vorderachse auf Zug oder Schub steht. Die Kontrolle durch verschiedene Fachleute hat ergeben, dass die Homokineten (Kreuzgelenke) der Vorderachse getauscht werden sollten.

Dem Rat sind wir gleich gefolgt; 700 Euro haben den Besitzer gewechselt und der unser Auto vom Geräusch befreit. Gut wars, denn beim Ausbau haben wir gesehen, dass besonders die rechte Seite schon ziemlich lädiert war. Gut auch, dass uns das noch vor der Abfahrt passiert, wo Ersatzteile verfügbar sind und eine Reparatur schnell gemacht ist.

Heute ist Freitag, mittlerweile haben wir nur mehr eine Nacht, die uns vom morgigen Start in Halbthurn in unser Abenteuer trennen. (Warum die Zeit immer so schnell vergeht und doch nicht alles so fertig wird, wie wir das gerne gehabt hätten obwohl wir vor drei Monaten mit der Arbeit an den Autos begonnen haben, fragen sich alle Beteiligten...).

Mittlerweile haben die Autos einige Kilometer auf dem Buckel (2 x Leobersdorf, Schottergruben auf und und ab und wieder retour). Das haben sie ausgehalten. Wir konnten keine undichte Leitung erkennen und auch in der Schraubenkiste die uns nach dem Zusammenbau übriggeblieben ist, dürften keine für das Fahrzeug lebensnotwendigen Teile geblieben sein.

Vorgestern und gestern haben wir noch die Kisten auf Alfs 130er verschraubt. Roberts V8 hat es da ein bisschen leichter, weil das Fahrzeug keine offene Ladefläche hat und rundum geschlossen ist. Er durfte sich dafür mit dem Regalsystem und Innenausbau spielen, damit sämtliches Werkzeug, Ersatzteile und persönliche Sachen so untergebracht sind, dass sie uns im Falle eines Kopfstandes nicht in die Quere kommen mögen.

Das Verschrauben von großen Alukisten auf der Ladefläche hat den unbedingten Vorteil, dass sämtliches notwendige Material immer im Griff ist. Ein Sprung auf die Ladefläche, Kiste auf, Motorsäge raus und schon ist der umgestürzte Halbmeterdurchmesser-Baum in Fast-Brennholzgröße zerlegt und für uns der Weg wieder frei.


Kisten zum Schnellzugriff verschraubt, drunter  kommt später das Reserverad.

Robert verpasst noch schnell dem Laptop ein Metallkleid fürs Verschrauben am Armaturenbrett.

Samstag, 21. Mai 2011

Windenseminar, wie bitte?

Windenseminar, allgemeines Gruppengähnen. Mr.-Safety-Device (Alf) findet es eine super Idee und da "müssen wir alle hinfahren". Es ist ja nicht weit. Raus aus Wien und flugs sind wir in einer Schottergrube bei Leobersdorf gelandet. Max hat sich irgenwo zwischen ein paar Servern versteckt und und macht auf IT-wichtig. Er ist also nicht dabei, dafür der Rest des Teams.

Winden, das sind diese kleinen Elektromotoren, die ein paar Dutzend Meter Draht- oder Kunststoffseil auf- und abwickeln können. Für den Fall der Fälle sollen diese Winden uns helfen das eigene Fahrzeug oder des anderen Autos aus dem Dreck zu ziehen oder bei überlegenswerten Hangschrägfahrten als Sicherung gegen einen Mehrfachüberschlag dienen und noch vieles mehr...
Alf beim Schleppen der Bergeseile
Zumindest haben wir alle gut aufgepasst ...
Die Theorie hat es in sich (im Gegensatz zum angebotenen Kaffee). Die Geschichten rund um gerissene davonfliegende Seile, die in Sekundenbruchteilen C-Säulen abmontieren, als wäre der Winkelschleifer dran gewesen und gequetschte Finger, falsch herum gewicklte Seile ohne Bremswirkung haben uns schnell munter werden lassen und wir haben begonnen aufmerksamer zuzuhören, was Andreas uns so aus seinem Erfahrungsschatz berichtet. Andreas Piskorz ist der Geschäftsführer von proventure. Der bietet Lebens- und Überlebensreisen in die entlegensten Gebiete dieser Welt. Dabei ist die Mongolei oder Tunesien. Er vermittelt sein umfangreiches Praxiswissen rund um das Thema Outdoor und 4x4 und GPS-Navigieren usw… Viele spannende Sachen gibts da in seinem Programm, die wir gerne gleich alle besuchen möchten, hätten wir nur die Zeit dafür… ;-)


Auf den ersten Blick auf eine fremde Winch (Winde im Offroader-Sprachgebrauch) erkennen wir nun Angeber mit Stadt-Only-SUVs und Lebensmüde mit dreckigen Offroad-Vehikeln auseinander.  Ich habe es immer praktisch gefunden, wenn das Seil einer Winde so richtig "gebraucht" ausieht und halt kreuz und quer meist mittig und turmartig aufgerollt ist und ich habe mir auch immer gedacht, das ein fein säuberlich nebeneinander gelegtes Seil auf der Rolle das Werk von Schrebergartenbesitzern ist die auch ihre Zwergenwelt im Garten geordnet haben und deren Winde zuletzt und einmalig beim Hersteller derselben aufgerollt wurde, aber seither nicht benutzt wurde.


Weit gefehlt: Jetzt wissen wir, das ein Seil unter Zugbelastung, das darunterliegende (kreuzquer liegende) Seil quetschen kann und bei wiederholter Praxis, sich das ungefähr so abspielt, wie wenn man einen Draht mehrmals hin- und herbiegt, er wird irgendwann weich und brechen… Hmm… unsere Seile sind jetzt auch sauberaufgerollt – selbstredend…


Besonder spaßig sind wegstehende Litzen (die Einzeldrähte aus denen ein Stahlseil gedreht wird) Beim Aufrollen wird das Seil von einem Helfer auf Spannung gehalten, damit die Aufrollbewegung kontrolliert wird. Wenn das Seil nun gatschig ist, dann sieht bzw. spürt man die abstehenden Litzen erst, wenn sie sich in die Handfläche bohren...


Aber irgendwie haben wir uns dann bei dem Praxisbeispiel wo ein Auto oben am Berg steht und das andere ganz unten (wo es allein aus eigener Kraft und den Grenzen der Physik nie und niemals raufkommt) nimmer so recht neben die Winde stellen wollen. Das metallische Ziehen, Scharren und Knacken wenn das Auto zentimeterweise gezogen wird, muss erst in längerer Zweisamkeit mit dem technischen Gerät wieder richtig eingeordnet werden…


Andreas hat uns aufgeklärt, dass es nur drei Leute gibt, die beim Winden etwas zu tun haben, alle anderen mögen sich das Spektakel aus den zwei Umkreisen der maximalen Seillänge (bei uns je 40 m) gerechnet einmal vom Radius des Hakens und das andere Mal vom Radius der Winde anschauen. Die Axxx-Karte gezogen hat der Mann (wie Alf es nennt), der die Winde bedient (auch wenn das mit Fernbedienung von ein paar Meter Entfernung möglich ist), so ist dieser (Steuer)mann doch recht nahe am Seil… Er ist der, der ansagt, was zu tun ist und der beide Fahrer in den beiden Autos koordiniert, so nebenbei achtet er auf die richtige Seilaufwicklung und hört auf die Windengeräusche, weil diese ja auch gerade mit Überlast abbrennen könnte…


Wir haben ziemlich geübt und uns trotz vorheriger Windenerfahrung nicht so gut angestellt, aber wir haben auch ziemlich viel gelernt. Wir hoffen aber alle, das das Gelernte auch abrufbar sein wird, wenn wir es unter Stress in Rumänien brauchen.


Aber eines hat der Workshop jedenfalls gebracht, unsere Windenseile sind jetzt auch richig herum gewickelt...

Montag, 16. Mai 2011

Countdown - noch 12 Tage bis zum Start

Langsam aber sicher, nehmen die Startvorbereitungen des Teams Formen an.

Mehrmals wöchentlich hat uns DPD die letzten Wochen mit Kisten aus England versorgt. Überrollkäfige, Stoßdämpfer, Federn, Differentiale, Halbachsen etc...
Mittlerweile gibt es bei beiden Autos keine Schraube die nicht geöffnet, getauscht oder hoffentlich nicht vergessen wurde...

Beide Fahrzeuge sollten (werden) vor dem Bewerb noch hoffentlich ausreichend Kilometer sammeln, damit wir sehen ob das was zerlegt und zusammengeschraubt wurde auch wirklich hält..